Diagnose- und Werkstattklassen

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Berufs- und Lebensorientierung (BLO) am

Sonderpädagogischen Förderzentrum Bad Tölz

 

Die Arbeitsmarktlage ist seit längerem sehr angespannt und es ist Fakt, dass künftig für immermehr Menschen immer weniger Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Unsere Schülerinnen und Schüler sehen sich somit bei der Suche nach angemessenen Ausbildungsmöglichkeiten einem wachsenden Konkurrenzdruck gegenüber.

Daraus folgte die dringende Notwendigkeit, durch Umstrukturierung des bisherigen Systems der Berufsorientierung und Berufswahlvorbereitung in der Oberstufe des Sonderpädagogischen Förderzentrums zukunftgerichtete Maßnahmen zu ergreifen, um weiterhin eine nachhaltige Berufseingliederung unserer Schulabgänger zu gewährleisten.

Ziel der im Folgenden erläuterten Maßnahmen ist es, durch eine intensive, umfängliche Beruforientierung in der vierten Förderstufe (Klasse 7 bis 9) die Chancen für eine berufliche Eingliederung nicht nur zu bewahren, sondern wenn möglich sie zu erhöhen.

 

 

 


 

 

 

 

 

 

Die Sonderpädagogischen Diagnose- und Werkstattklassen (SDW)

Nach der gesetzlichen Neukonzeption nennen sich die Jahrgangsstufen 7 bis 9 nun „Sonderpädagogische Diagnose- und Werkstattklassen" (SDW). In diesen drei Jahrgangsstufen der vierten Förderstufe findet eine Ausdehnung des praxisorientierten Angebots statt.

 

 

Die drei Phasen der Berufs- und Lebensorientierung:

  • Vorbereitungsphase (7. Jahrgangsstufe)

Die Schüler gewinnen erste Einblicke in die Vielfalt der Berufe. Sie sammeln bei Betriebserkundungen grundlegende Informationen in unterschiedlichen Berufsfeldern.

  • Orientierungsphase (8. Jahrgangsstufe)

Die Schüler lernen an Berufsorientierungstagen und innerhalb von drei Orientierungswochen durch berufsfeldbezogene Tätigkeiten in außerschulischen Betrieben berufsspezifische Fähigkeiten und Fertigkeiten kennen.

  • Individualisierungsphase (9. Jahrgangsstufe)

Die Schüler vertiefen an Berufspraktikumstagen und innerhalb von drei Berufspraktikumswochen ihre bisherigen Erkenntnisse und Erfahrungen möglichst in einem ausgewählten Berufsfeld.

 

Die Struktur des neuen Lernbereichs BLO

Der neue Lernbereich BLO umfasst drei Einzelfächer:

  • Gewerblich-technische Praxis (ehemals Technisches Werken, Technisches Zeichnen)
  • Hauswirtschaftlich-soziale Praxis (ehemals Hauswirtschaft und Textilarbeit)

Die praktischen Inhalte des Lernbereichs BLO orientieren sich insbesondere an folgenden Berufsfeldern: Bautechnik, Ernährung und Hauswirtschaft, Farbtechnik und Raumgestaltung, Gartenbau, Holztechnik, Körperpflege, Metalltechnik, Pflegedienste, Service und Gastgewerbe, Textilpflege und Bekleidung, Verkauf

  • BLO-Theorie (ehemals Arbeitslehre)

Das Fach BLO-Theorie gliedert sich in die vier Bereiche:

  • Grundlegende Informationen über die Berufs- und Arbeitswelt
  • Individuelle Erfahrungen in der Berufs- und Arbeitswelt
  • Mensch-Betrieb-Arbeit
  • Lebensplanung und -gestaltung

 


 

 

 

 

Umsetzung des neuen Lernbereichs BLO am Sonderpädagogischen Förderzentrum Bad Tölz

 

Das Schuljahr gliedert sich für den Lernbereich BLO in sechs Praxisblöcke. Jeder dieser Blöcke dauert durchschnittlich 6 bis 7 Schulwochen (abhängig von der zeitlichen Anordnung der Schulferien). Jeder Montag innerhalb eines Themenblocks ist für die Klassen der Oberstufe der wöchentliche BLO-Tag. An diesem Tag findet ab der dritten Unterrichtsstunde projektorientierter Unterricht statt, dessen Prinzip fächer- und klassenübergreifendes Lehren und Lernen ist. Der Unterricht dauert bis zur 8.Stunde, um die Schüler auch an nachmittäglichen Unterricht zu gewöhnen (Vorbereitung auf Berufsschulunterricht, Ausbildung).

Dazu ist der Unterrichtstag in zwei Blöcke geteilt: 3. bis 5. Stunde und 6. bis 8. Stunde. Aus dem Angebot vieler verschiedener Projekte können die Schüler nach Interesse und Eignung je ein Projekt auswählen. Durch die Eigenständigkeit bei der Projektwahl sollen die SchülerInnen motiviert und frühzeitig zur Übernahme von eigener Verantwortung bei der anstehenden Berufswahl herangeführt werden.

Ergänzend zum Unterricht besteht am BLO-Tag für die Jahrgangsstufen 8 und 9 die Möglichkeit eines Berufsorientierungs- bzw. Berufspraktikumstages. Hierzu organisieren sich die Schüler eigenverantwortlich einen Praktikumsplatz in einem Betrieb ihrer Wahl. Bei Bedarf ist hier Unterstützung durch Eltern und Schule sinnvoll. Die Schüler in den Praktikumsbetrieben werden montags von den Lehrkräften unserer Schule in den Betrieben besucht und betreut. Am Ende des Themen- und damit auch des Praktikumsblocks erhalten die betrieblichen Betreuer der Schüler einen Rückmeldebogen der Schule zur Bearbeitung. Dieser Rückmeldebogen ermöglicht Eltern und Lehrern einen objektiveren Einblick in Leistung und Verhalten des Praktikanten. Dieses unterrichtsbegleitende Praktikum wird grundsätzlich mit einem Blockpraktikum ergänzt und kombiniert. Jede Klasse hat im Schuljahr drei Wochen Blockpraktikum.

Durch den engen Kontakt mit den regionalen Ausbildungsbetrieben werden freundschaftliche Beziehungen angebahnt und Partnerschaften aufgebaut.

Trotz der Zielsetzung, die Berufswahlvorbereitung in unserer Schule zu intensivieren, gilt für uns zusätzlich: Das erzieherische und unterrichtliche Handeln dient zuallererst der ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung. Dieser ganzheitlichen Bildungs- und Erziehungsaufgabe dienen gleichberechtigt die Berufswahlvorbereitung wie auch alle anderen Lernbereiche des Lehrplans!

 

In diesem Schuljahr haben wir unsere Kooperation mit der Berufschule Bad Tölz ausgeweitet. Die Berufsschule stellt uns für den BLO-Unterricht einen Berufsschullehrer zur Verfügung, der mit unseren Schülern in den Bereichen Bautechnik, Fliesenlegen und Holztechnik arbeitet. Im Gegenzug stellen wir der Berufsschule im Rahmen des MSD zusätzliche Stunden für die Förderung von Berufsschülern zur Verfügung.

 

 

Link zum Arbeitskreis Schule-Wirtschaft Bayern

Sprungbrett Bayern: Kontaktbörse für Schüler, Lehrkräfte und Eltern und Arbeitswelt